Ernährungsmythen - was stimmt und was nicht?

Spätes Essen macht dick? Man kann nur mit Low Carb abnehmen? Gesunde Ernährung macht automatisch schlank? Achtung vor Ernährungsmythen! Die gibt’s leider wie Sand am Meer…

Vor allem was das Abnehmen angeht, gibt es zahlreiche Meinungen, Tipps und Tricks. Augenscheinlich wahre Fakten zur gesunden Ernährung kursieren überall im Internet, was den Ernährungsalltag ganz schön kompliziert machen kann!

Wir von FITTASTE haben für dich die größten Ernährungsmythen und Diätmythen zum Abnehmen aufgedeckt! Wir zeigen dir heute, welche Fakten zur gesunden Ernährung wirklich stimmen.

Ernährungsmythos #1: Salat ist gesund

Leider müssen wir dich enttäuschen – ganz so wahr ist diese Aussage per se nämlich leider nicht, und damit schon eher Mythos als Wahrheit. In Wirklichkeit kommt es stark darauf an, was für einen Salat du machst und wie du ihn zubereitest!

Grüner Salat und Gurke bestehen zu 95% aus Wasser und sind somit sehr kalorienarm. Das bedeutet allerdings auch, dass sie recht nährstoffarm sind. Pimpe deinen Salat daher unbedingt mit weiteren, möglichst bunten Zutaten! Gelbe Paprika, rote Tomate, dunkelgrüner Rucola und etwas Rotkohl – schon hast du eine Vielfalt an wirklich gesunden Nährstoffen auf deinem Teller.

Vorsicht ist natürlich auch beim Dressing geboten! Achte unbedingt auf eine fettarme Basis, wie zum Beispiel Joghurt statt viel Öl. Kräuter, Gewürze, Honig und etwas Essig oder Zitronensaft bringen viel Geschmack und machen Zutaten wie Mayonnaise überflüssig.

Ernährungsmythos #2: Abends sollte man kein Salat essen

Wo wir grade schon beim Salat sind, bleiben wir auch dabei. Dass du abends keinen Salat mehr essen solltest, ist auch ein Mythos. Es steckt das Gerücht dahinter, Rohkost am Abend wäre nicht gut verträglich und kann über Nacht nur schwer verdaut werden.Das ist allerdings nicht, oder nicht für alle Menschen, der Fall.

Hier solltest du individuell darauf achten, was dir gut tut, aber es nicht aufgrund eines Mythos von Vornherein ausschließen. Denn ein Salat kann ein gutes und gesundes Abendessen für dich sein.

Übrigens macht auch die Zubereitung einen großen Unterschied. Kräuter, Apfelessig und Gewürze wie Fenchelsamen können dabei helfen, die Verdauung zu erleichtern. Lasse deinen Salat im Dressing zusätzlich kurz ziehen, dann sind die Blattstrukturen leichter verdaulich.

Und wie bei aller Rohkost gilt, dass gutes Kauen der Schlüssel zu guter Verdaulichkeit ist.

Ernährungsmythos #3 Abends kein Obst essen

Für Obst am Abend gilt das Gleiche, wie für den Salat: Es kommt individuell auf dich und deinen Körper an. Grundsätzlich ist es nichts Schlechtes, abends Obst zu essen. Wenn du allerdings mit Magenschmerzen oder Sodbrennen zu kämpfen hast, dann solltest du besser auf besonders säurehaltige Obstsorten verzichten.

Zudem kann es hilfreich sein Obst nicht als Nachtisch, sondern vor der Hauptmahlzeit zu essen. Denn Obst wird schneller verdaut, als die Hauptmahlzeit. So kann es unter Umständen zu Magengrummeln kommen.

Wenn du dich also auf eine kleine Portion beschränkst und einige Tipps berücksichtigst, dann kannst du ganz nach individueller Verträglichkeit auch am Abend noch auf Obst zurückgreifen.

Ernährungsmythos #4: Light-Produkte helfen beim Abnehmen

Ein Mythos! Denn verschiedenste Gründe sprechen dagegen, dass Light-Produkte wirklich beim Abnehmen helfen können.

Zum einen enthalten Light-Produkte zwar oft weniger Fett, dafür aber mehr Zucker, um den Geschmack für den Verbraucher angenehm zu halten. Oftmals ändert sich dadurch kaum etwas am Gesamtkaloriengehalt!

Damit erwecken die Produkte unbewusst den Glauben, wir könnten mehr davon essen. In Wahrheit nimmst du so aber noch mehr Kalorien zu dir, als du es mit dem normalen Produkt getan hättest. Trügerisch!

Auch Light-Produkte mit Süßstoffen können ihren guten Ruf leider zunehmend nicht halten. Viele Studien deuten darauf hin, dass die kalorienfreie Süße dich nicht schlanker machen, und zusätzlich verschiedene Erkrankungen fördern können. [1]

Besser also Finger weg von diesen hochverarbeiteten Produkten und zurück zu möglichst natürlichen Lebensmitteln! Figur und Gesundheit werden es dir danken.

Ernährungsmythos #5: Dunkles Brot ist gesünder als helles Brot

Leider nein! Brote werden häufig mit Malz eingefärbt. So wird ein eigentlich helles Weißmehlbrot schnell zum vermeintlichen „Vollkornbrot“. Lass dich deshalb nicht von der Farbe verführen und lies dir die Zutatenliste lieber einmal mehr durch.

Ernährungsmythos #6 Kohlenhydrate sind nicht zum Abnehmen geeignet

Dieser Mythos hält sich hartnäckig und ist so nicht ganz richtig. Die Energiezufuhr entscheidet nämlich darüber, ob wir zu- oder abnehmen. Allerdings sättigen uns „schnelle“ Kohlenhydrate, also Weißmehlprodukte, nur sehr wenig.

Wir neigen also dazu mehr zu essen, als wir eigentlich brauchen und nehmen deshalb zu. Vollkornprodukte und Lebensmittel mit sogenannter resistenter Stärke, die zum Beispiel in gekochten und abgekühlten Kartoffeln enthalten ist, machen uns satt, liefern uns viele Vitamine und Mineralstoffe und geben langanhaltende Energie.

Du kannst sie deshalb in Maßen in deinen Speiseplan integrieren und trotzdem abnehmen.

Wie genau du Kohlenhydrate in deinen Ernährungsplan integrierst, erfährst du hier.

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Ernährungsmythos #7 Spät abends essen macht dick

Du isst gerne spätabends? Dann kannst du jetzt aufatmen – einer der verbreitesten Ernährungsmythen ist falsch! Auch hier gilt wieder, dass die aufgenommenen Kalorien insgesamt entscheidend sind.

Solltest du also nur ungerne frühstücken, dafür aber am Abend eine größere Portion bevorzugen, dann ist dagegen nichts einzuwenden.

Alles rund um's Frühstücken liest du im Artikel: "Frühstücken oder nicht Frühstücken - Was ist gesünder?

Allerdings solltest du darauf achten, dass du am Abend beim Fernsehen nicht unbewusst snackst oder nebenbei deutlich mehr isst, als du wirklich brauchst. Denn diese erhöhte Kalorienzufuhr sorgt für die Gewichtszunahme – allerdings völlig unabhängig von der Tageszeit.

Ernährungsmythos #8 Von gesunder Ernährung nimmt man automatisch ab

Die Meinung, dass gesunde Lebensmittel automatisch schlank machen, ist einer der am weitesten verbreiteten Ernährungsmythen. Es gibt jedoch auch viele Speisen, die als gesund angesehen werden, aber sehr kalorienreich sind. Diese erschweren die Gewichtsabnahme. Dazu zählen zum Beispiel Nüsse, Samen, Avocados und Oliven.

Durch die vielen anderen enthaltenen Nährstoffe sättigen uns natürliche Lebensmittel jedoch besser und schneller, als verarbeitete Produkte.

Eine gesunde und naturbelassene Ernährung macht es dir also leichter, deinen Körper mit allem Nötigen zu versorgen und satt zu werden. Sie sorgt jedoch nicht garantiert für eine Gewichtsabnahme. Auch hier ist die Gesamtkalorienzufuhr entscheidend.

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Ernährungsmythos #9 Fett ist ungesund

Falsch! Unser Körper ist auf gesunde Fette sogar angewiesen. Was entscheidend ist, ist die Fettqualität und Fettart. Gesunde, mehrfach ungesättigte Fettsäuren solltest du deshalb unbedingt in deinen Speiseplan integrieren. Du findest sie zum Beispiel in Lein- und Chiasamen, Walnüssen, Lachs, Makrele und Hanfsamen.

Sie sind für viele Prozesse in deinem Körper wichtig und hemmen Entzündungen. Unbedingt reduzieren solltest du dagegen Transfette und gesättigte Fettsäuren aus Backwaren, Frittiertem, Käse und Fleisch. Einfach gesättigte Fettsäuren aus Nüssen und Olivenöl sind ebenfalls gesund, jedoch konsumieren wir hiervon tendenziell zu viel.

Ernährungsmythos #10 Fruchtzucker ist unbedenklich

Falsch! Fruchtzucker solltest du im Rahmen einer gesunden Ernährung und auch zum Abnehmen nur in Maßen zu dir nehmen. Achte deshalb darauf, auf zugesetzten Zucker in deiner Ernährung weitestgehend zu verzichten und nicht mehr als 2 Portionen Obst pro Tag zu dir zu nehmen.

Eine Portion entspricht einem Stück Obst, zum Beispiel einem Apfel, einer Banane, oder ca. 120 g Beeren. Ein Tipp: Checke deinen (Kühl-) Schrankinhalt auf versteckte Zucker.

Du findest sie auch unter anderen Namen in der Zutatenliste. Die Endung -ose deutet auf eine Zuckerquelle hin, wie zum Beispiel Glukose-Fruktose-Sirup, Dextrose, Laktose (Milchzucker) und viele andere.

Ernährungsmythos #11 3 Liter Wasser am Tag 

Wasser zu trinken ist zwar sehr wichtig, aber die Regel von 3 Litern am Tag stimmt so nicht. Denn der Wasserbedarf ist individuell und kann nicht als pauschale Regel aufgestellt werden.

Je nach Gewicht und sportlicher Aktivität verändert sich der Wasserbedarf nämlich. Als grobe Richtlinie kannst du dir merken: das eigene Körpergewicht mal 0,03. Eine Person, die 70 Kilo wiegt, sollte also ungefähr 2,1 Liter Wasser pro Tag trinken.

Ernährungsmythos #12 Tiefkühlgemüse ist schlechter

Tatsächlich glauben viele, dass frisches Gemüse besser und vitaminreicher ist, als das aus der Tiefkühltruhe. Das stimmt so allerdings nicht. Teilweise enthält das schockgefrostete Gemüse sogar mehr Vitamine, da diese beim Transport nicht verloren gehen können.

Zudem wurde tiefgekühltes Gemüse vermutlich im Sommer angebaut. Es enthält demnach mehr Nährstoffe, als Gemüse, was im Winter unter künstlichem Licht im Gewächshaus gepflanzt wurde.

Allerdings ist trotzdem Vorsicht geboten: bei manchen Herstellern wurde noch Zucker oder andere Zusatzstoffe zum Gemüse zugegebenen. Also lieber zur Sicherheit nochmal die Zutatenliste durchgehen.

 

Ernährungsmythos #13 Brauner Zucker ist gesünder 

Falsch, auch von braunem Zucker solltest du lieber die Finger lassen. Es gibt unterschiedliche Arten von Zucker, die sich in ihrer Herstellung unterscheiden.

Was die Nährstoffe angeht, ist der Unterschied aber sehr gering. Brauner Zucker enthält etwas mehr Mineralstoffe als weißer, aber das war’s leider auch schon. In den Mengen, in denen man Zucker generell verzehren sollte, sind die Nährstoffmengen verschwindend gering.

Egal welches Süßungsmittel zu wählst: Sei möglichst sparsam, so kannst du deinen Geschmackssinn trainieren und deinen Zuckerkonsum ganz nebenbei reduzieren.

Fazit: 

Wie du siehst, gibt es so einige Ernährungsmythen die es aufzudecken gilt. Wir hoffen, dass du nun etwas mehr Klarheit hast, welche falsch sind und an welchen vielleicht doch etwas dran ist. Das Wichtigste bei gesunder Ernährung ist immer, dass du auf deinen Körper hörst und was für dich funktioniert.

{1] Ärzteblatt: Künstliche Süßungsmittel: Bisherige Studien zeigen eher Nachteile für die Gesundheit. Online, abgerufen am 06.10.2021. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76974/Kuenstliche-Suessungsmittel-Bisherige-Studien-zeigen-eher-Nachteile-fuer-die-Gesundheit

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