Lea's bewegende Geschichte - der Weg zu einem gesunden Selbstbild

Heute teilen wir mit euch die bewegende Geschichte von Lea, die euch erzählt, wie Kraftsport ihr Leben rettete und Essen vom Feind zum Freund wurde.

*Dieser Beitrag enthält triggernde Inhalte zum Thema Essstörung.*

 

"Alles auf Anfang

Mein Name ist Lea, ich bin 25 Jahre jung, studiere Sportwissenschaften mit Nebenfach Psychologie und mache seit mittlerweile 14 Jahren Krafttraining.

In dieser Zeit habe ich nicht nur 36kg ab- und wieder zugenommen, sondern auch zahlreiche andere Höhen und Tiefen durchlebt. Übergewicht, Untergewicht, ein gestörtes Verhältnis zum Essen und meinem Körper und die für mich lange Zeit vermeintlich endlose Suche nach meinem gesunden Mittelweg.

Mein Verhältnis zum Essen war, gelinde gesagt, schon immer kompliziert. Meine Kindheit verlief sehr holprig und nachdem ich lange Zeit sehr unregelmäßig Zugang zu Essen hatte, änderten sich meine Lebensumstände zum positiven und ich kam in ein sicheres Umfeld mit geregeltem Alltag und ständigem Zugang zu Nahrung.

Und dieser dauerhafte Zugang wurde schnell zum Problem. Denn ich hatte nie gelernt, damit umzugehen und dementsprechend gab es bei mir nur "hungrig" oder "bis zum Limit vollgestopft".

Dadurch, dass ich körperlich immer extrem aktiv war, wirkte sich das lange Zeit wenig bis gar nicht auf mein Körpergewicht auf. Ich war nie dünn, allerdings auch nicht übergewichtig. Im Alter von 12 bis 13 änderte sich das jedoch und ich nahm innerhalb eines Jahres stark zu, bis ich dann mit 13 Jahren ganze 86kg wog. Und zu diesem Zeitpunkt fing ich dann mit Krafttraining an. Nicht, um abzunehmen. Ich wollte damals einfach "die stärkste" sein und überschüssige Energie loswerden.

Trotzdem nahm ich im ersten Jahr, ohne irgendetwas an meiner Ernährung zu ändern, über zehn Kilogramm ab. Und ich bekam zum ersten mal überhaupt von meinem äußeren Umfeld, Lehrern, Mitschülern etc. eine positive Rückmeldung. Bestätigung. Das extreme Mobbing, dem ich während meiner gesamten Schulzeit bis zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt war, reduzierte sich quasi linear mit meinem Körpergewicht. Und genau dann startete quasi die initiale Selbstzerstörung.

Mein neues Ziel war weniger werden. Abnehmen. Und dementsprechend fing ich an, mich mit meiner Ernährung auseinandersetzen und Recherche zu betreiben. Sowohl bei Autoritätspersonen in meinem Fitnessstudio, als auch im Internet. In beiden Fällen waren die Informationen, die ich bekam, alles andere als korrekt. Sie waren fachlich falsch und gefährlich.

Zucker macht Krebs, Fett macht fett, Lebensmittel xy ist ungesund und je weniger man isst, desto besser. Innerhalb weniger Monate nahm ich immer weiter ab. Meine Lebensmittelauswahl reduzierte sich immer stärker und die Angst davor "ungesund" zu essen stieg von Tag zu Tag.

Heutzutage gibt es eine Bezeichnung für dieses Phänomen. "Orthorexia Nervosa". Und auch, wenn diese aktuell noch nicht klinisch anerkannt ist, ist Orthorexie ein relevantes Störungsbild, welches in den kommenden Jahren (leider) zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

Zusätzlich zu meiner unzureichenden Ernährung kamen mehrere Stunden Sport am Tag. 15-20km Joggen plus Krafttraining. Täglich. Über ein Jahr lang. Und mit 17 erreichte ich dann meinen absoluten, körperlichen und mentale Tiefpunkt.

48kg auf knapp 180cm bei verhältnismäßig viel Muskulatur. Denn zumindest auf "halbwegs" ausreichende Proteinzufuhr hatte ich geachtet und Krafttraining machte ich ja auch. Natürlich was das alles andere als effektiv, trotzdem rettete es mich rückblickend vor Osteoporose und weiteren Folgeerkrankungen.

Mit Beginn meines Studiums im Fachbereich der Sportwissenschaften mit Nebenfach Psychologie kam ich dann erstmals in Kontakt mit Wissenschaft. Und dementsprechend auch wissenschaftlichem Arbeiten, Recherchieren, Analysieren und Interpretieren von Daten und Studien. Und natürlich auch mit der Physiologie des menschlichen Körpers, Ernährungswissenschaft und Biochemie der Ernährung. Und das war der Zeitpunkt, an dem ich meine irrationalen Ängste und Glaubenssätze über Ernährung durch rationale, fundierte Informationen überschreiben und ersetzen konnte.

Und schließlich konnte ich dadurch den Willen fassen, mit Krafttraining wieder das Ziel zu verfolgen, welches mich vor vielen Jahren überhaupt zu diesem Sport brachte.

Ich wollte stark sein.

Stark, fit, gesund, athletisch.

Und wenn ich etwas wollte, dann setzte ich schon immer alles daran, dieses Ziel zu erreichen.

So kämpfte ich mich Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr wieder nach oben. Mental, körperlich, auf der Waage.

Kilo für Kilo.

Und das Krafttraining in Kombination mit dem neu erlernten Wissen waren letztendlich die zwei Variablen, die mir geholfen haben, mir selbst das Leben zu retten.

Das war damals. Und heute?

Es geht mir gut. Und zwar so richtig.

Gewichtsschwankungen, Essanfälle, ständiger Hunger und die stetige Beschäftigung mit Essen gehören schon seit Jahren nicht mehr zu mir und meinem Leben.  Zeit hilft.  Und Zeit heilt.

Es hat lange gedauert, bis ich alle Extreme durchlebt und meinen Weg gefunden habe. Aber jeder Rückschlag hat sich gelohnt. Sport und die passende Ernährung dazu sind fester Bestandteil meines Lebens. Aber eben nicht mehr einziger Inhalt dessen. Ich will mich nicht den ganzen Tag mit meiner Ernährung beschäftigen. Und schon gar nicht will ich vorkochen und Stunden in der Küche verbringen.

Ich konnte schon immer kochen und habe es schon immer gehasst. Und auch heute stehe ich nie länger als zehn Minuten in der Küche.

Bei mir gibt es keine verbotenen Lebensmittel und ich verzichte auf keinen Makronährstoff, keine Zutat oder sonst etwas. Ich esse, wenn ich hungrig bin und nicht, wenn mir langweilig ist und ich höre auf, wenn ich satt bin. Auch, wenn noch etwas übrig ist. Dann gibt's das eben später. Und auch, wenn der Großteil der Lebensmittel, die ich esse, wenig bis gar nicht verarbeitet ist, gibt's bei mir täglich ein Eis. 

Ich koche sehr schnell und einfach. Und oft auch gar nicht. Ich kaufe gern convenience und bestelle gern beim Lieferdienst, natürlich nicht Schnitzel mit Pommes, sondern eher Steak mit Kartoffeln etc.

Insgesamt ernähre ich mich ausgewogen, proteinreich, relativ fettarm und kohlenhydratreich und mit hauptsächlich unverarbeiteten Lebensmitteln.

Und genau hier nehmen die Gerichte von FITTASTE einen für mich nicht wegzudenkenden Platz ein. Schnell, vielseitig, lecker und genau an meine Bedürfnisse angepasst.

Schon 2016/2017 habe ich mir die ersten Gerichte schmecken lassen und schon damals waren sie genau das, was mir bisher noch fehlte.

Für mich stand nie zur Diskussion, ob ich denn nicht auch selbst kochen KANN. Klar könnte ich. Ich WILL einfach nicht. Und das ist vollkommen okay. Du bist nicht faul, wenn du deine Lebenszeit anderweitig investieren möchtest. Unreflektierte Kommentare a la :"Wenn du nicht bereit bist, x Stunden in der Küche zu stehen dann willst du es nicht genug!", sind Unsinn.

Wenn ich einen 50kg Stein den Berg manuell hochrollen muss oder auf ein Förderband legen kann, dann ist es klüger, den schnellen und einfachen weg zu wählen, weil ich dann viel mehr Energie für den Bau meines Hauses habe.

Was ich dir mitgeben will:

Schlussendlich soll das ganze hier ja auch einen Mehrwert für dich haben. Und deshalb habe ich mir einige Gedanken darum gemacht, was ich mir denn als Leserin eines solchen Artikels gewünscht hätte. Und das wären in meinem Fall konkrete Tipps gewesen, was ICH denn jetzt am besten machen soll, um den richtigen Weg für mich zu finden. 

  1. Je extremer dein Lebensstil, deine Ernährung etc. desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du damit langfristig nicht glücklich bist. Krasse Diäten bringen krasse Erfolge. Aber was ist danach? In den meisten Fällen ist der altbekannte Mittelweg tatsächlich die beste Wahl.
  2. Mach dich schlau. Anekdotisches Wissen kann helfen, ist jedoch oftmals durch unsere subjektive Wahrnehmung sehr anfällig für Fehler. Objektive Daten und Fakten, welche sich belegen lassen sollten die Basis dafür sein, anhand derer du deinen individuellen Weg gehst.
  3. Schau nicht zu sehr nach rechts und links. Person x baut viel schneller Muskeln auf als du? Person x nimmt viel schneller ab als du? Person z ist viel erfolgreicher und glücklicher als du? Klasse. Zum einen weißt du nie, woher diese Personen kommen und zu welchem Preis, unter welchen Bedingungen sie ihre Erfolge feiern. Und vielleicht sind viele Menschen auch gar nicht so unglaublich erfolgreich und so unglaublich glücklich, wie sie es dich glauben machen wollen. Und letztendlich ist auch das absolut egal.
  4. Sei gut zu dir selbst und erfreue dich an kleinen Erfolgen. Gerade in Bezug auf unseren Körper sind wir oft so viel härter in unserem Urteil als wir es bei anderen je wären. Und auch wenn es darum geht dir körperliche Ziele zu setzen, bleib realistisch. In den allermeisten Fällen hat man den Körper, in dem man aktuell lebt über viele Jahre “aufgebaut”.  Und gerade wenn es um (starkes) Übergewicht oder ähnliches geht sollte man nicht erwarten, dass Jahre des “Anessens” in ein paar Wochen ausradiert werden können.
  5. Scheitere. Es ist okay zu scheitern. Sogar gut und wichtig. Hab nicht den Anspruch, keine Fehler zu machen. Du wirst scheitern. Du wirst Fehler machen. Akzeptanz ist in diesem und eigentlich allen anderen Lebensbereichen ein unglaublich wichtiges Gut. Denn aus Fehlern lernen wir meistens schneller und nachhaltiger als aus Erfolgen. Natürlich sind Erfolge wichtig. Aber die größten Erfolge resultieren meist aus vorangegangenen Fehlern.

Ich hoffe, dass du aus diesem Artikel etwas mitnehmen konntest. Wenn du mehr von mir, meiner Geschichte, Fitness, Ernährung  und meiner Ansicht zu verschiedensten  Themen lesen willst, schau gern auf meinem Instagram Account @lealoveslifting_official vorbei."

1 Kommentar

Ein richtig schöner Artikel! Ich empfehle die Gerichte auch – vor allem in meinen Ernährungsberatungen, wenn die Zeit und die Lust zum Kochen fehlt.
Und man kann sich einfach darauf verlassen, dass die Qualität top ist!

Sarah Ross 28 September, 2021

Hinterlasse einen Kommentar

Alle Kommentare werden vor ihrer Veröffentlichung geprüft