von Holger Gugg


Goji-Beeren stammen ursprünglich aus China und weiteren Teilen Asiens. Wie auch Chia – Samen blicken Goji-Beeren auf eine lange Vergangenheit zurück, obwohl ihr Bekanntheitsgrad hierzulade erst mit der zunehmenden Beliebtheit für “Superfoods” anstieg. [11] Bereits seit über 2000 Jahren hat die Goji-Beere einen festen Platz in der traditionellen chinesischen Medizin. [6,13] Die kleinen roten Beeren zeichnen sich durch einen leicht herb, süßlichen Geschmack aus und zählen zur Familie der Nachtschattengewächse.


Makronährstoffe


Die Nährstoffdichte der Goji-Beere hängt von der Darreichungsform ab. Getrocknet (wie sie auch für das purple beef verwendet werden) liefert die Goji-Beere pro 100g etwa 362 Kalorien, 58 Gramm Kohlenhydrate, 12 Gramm Protein und 7 Gramm Fett. Der Ballaststoffgehalt fällt mit 11 Gramm sehr hoch aus.


Mikronährstoffe


Als Superfood zeichnet sich die Goji–Beere natürlich über eine Vielzahl enthaltener Mikronährstoffe aus. Besonders hohen Mengen finden sich bei Vitamin C sowie Riboflavin und Thiamin auf Seiten der B–Vitamine. Mit 42 mg pro 100g ist der Vitamin C Gehalt vergleichbar mit der einer frischen Zitrone. [13] Auf Seiten der Mineralstoffe trägt die Goji–Beere ab einer gewissen Verzehrmenge durchaus potent zur Versorgung mit Eisen, Magnesium, Phosphor, Kalium und Zink bei. Eisen ist am Sauerstofftransport, an der Sauerstoffaufnahme sowie an der Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff) beteiligt und unterstützt eine normale Zellfunktion, ebenso wie das Immunsystem. Kalium spielt unter anderem bei der Erregbarkeit von Muskel- und Nervenzellen sowie bei der Weiterleitung von Impulsen eine wesentliche Rolle. Gemeinsam mit Natrium hält Kalium den osmotischen Druck aufrecht und reguliert zudem den Wasserhaushalt. Zink unterstützt das Immunsystem, bringt sich in die Testosteronsynthese ein und beeinflusst die Hautgesundheit. Letztlich finden sich in Goji–Beeren auch relevante Mengen Selen, welches dafür bekannt ist, eine normale Funktionalität des Immunsystems, eine normale Schilddrüsenfunktion sowie die Gesundheit von Haut und Nägeln zu fördern, nebst seiner Eigenschaft als Antioxidans.


Die regelmäßige Aufnahme von Goji-Beeren fördert die Versorgung mit wichtigen Makro- und Mikronährstoffen


Weitere Superfood-Inhaltstoffe der Goji-Beere


Mit Selen ist das antioxidative Potenzial der Goji–Beere bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Etliche weitere Inhaltstoffe fungieren ebenfalls als Radikalkiller und schützen damit gesunde Zellen unseres Körpers vor dem Niedergang. [7,8,14,15,16] Natürlich wirkt auch bereits genanntes Vitamin C, neben enthaltenen Flavonoiden und Carotinoiden, antioxidativ. Auf Seiten der Carotinoide finden sich in Goji-Beeren besonders hohe Mengen Zeaxanthien (83%). [13]


Zexanthin – Was ist das?


Zeaxanthin ist der natürliche orange-gelbfarbene Farbstoff der mitunter die Farbgebung der Goji-Beere gestaltet. Aus Studien weiß man um seine besonders wertvolle Aufgabe zum Erhalt gesunder Augen auch im fortgeschrittenen Alter[1,2,3,4,5]. Aus wissenschaftlicher Sicht erwies sich die Aufnahme von täglich 14g Goji-Beeren schon nach 90 Tagen als wirksam. [5]


Neben allem Potenzial als Radikalkiller darf man sich von weiteren enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen, wie Quercetin, Kaempferol, Cumarin oder Scopoletin auch entzündungshemmende Eigenschaften sowie einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit erhoffen. [13,23,24]


Goji–Beeren zeichnen sich durch eine Vielzahl enthaltener Substanzen aus die unsere Zellen schützen und sich positiv auf die sonstige Gesundheit auswirken


Goji–Beeren und Lebensqualität


Eine Meta–Analyse aus dem Jahr 2012 fasst die gesundheitlichen Vorteile einer Einnahme von Goji–Beeren, in diesem Fall als Goji–Saft (120ml), zusammen. Insgesamt wurden 161 Probanden in der Meta–Analyse berücksichtigt, von denen 81 Goji–Saft täglich erhielten. Mit der Aufnahme berichteten diese von einer Steigerung der Lebensqualität, begründet über eine  Verbesserung der Schlafqualität, ein leichteres Erwachen, geringere Tagesmüdigkeit, eine bessere Konzentrationsfähigkeit sowie mentale Stärke. Positive Effekte stellten sich auch bei bestehendem Stress sowie bei der Symptomatik von Depressionen ein. Die Probanden berichteten zudem von “mehr Energie”. [10] In einer weiteren Studie erwähnen die Teilnehmer eine verbesserte Funktion des Magen–Darm–Trakts. Erwähnt werden muss an dieser Stelle jedoch auch, dass es hier zu keiner signifikanten Veränderung muskulärer oder kardiovaskulärer Marker dank Goji-Beeren kam [12].


Aus Tierversuch stammen Ergebnisse, die Goji–Beeren als wirksam zur Vorbeugung vor Grippe heraus stellen. Die Forscher stellten fest, dass sich bestimmte Substanzen der Goji-Beere förderlich auf die Aktivität sog. antigenpräsentierenden Zellen auswirken die wiederum für das menschliche Immunsystem eine besondere Rolle spielen [9]. Ein weiterer Tierversuch spricht mit der Verwendung der Goji-Beere von einem Anti–Aging–Effekt. [17]


Was auf theoretischer Seite dank enthaltener Nährstoffe naheliegt, bewahrheitet sich auch in der Praxis. Etliche Anwender der Goji-Beere berichten in kontrollierten Studien von positiven Effekten. Inwieweit sich auch Ergebnisse aus Tierstudien auf den Menschen übertragen lassen gilt es in weiteren Untersuchungen zu klären.


Goji–Beeren und Leistungsfähigkeit


Die alleinige Gabe von 120 Goji–Saft pro Tag verbesserte in einigen Studien die Leistungsfähigkeit sportlicher Probanden. Luo, Q. et al. und sein Team sprechen sich für eine verbesserten Muskel– und Leberglykogenkapazität als mögliche Ursache aus, was die Goji-Beere auch für Sportler durchaus nicht uninteressant macht. [12,25]


Ebenfalls erwähnenswert…


Wie es scheint, schützen Goji–Beeren vor verschiedenen Krebsformen, dies lässt sich aus etlichen Studien ableiten. [18,19,20,21,22] Ein präventiver Effekt gegen Brustkrebs wird mitunter auf einen Eingriff in den  Östrogenstoffwechsel (Östrogen = das weibliche Geschlechtshormon) zurückgeführt. Forscher sprechen sich gleichzeitig aber auch für einen inhibitorischen Effekt (hemmende Wirkung) auf die Bildung von Krebszellen aus und sehen die Aufnahme von Goji-Beeren darum als vorteilhaft zur Vermeidung von Leber-, Magen- und Prostatakrebs. [18,19, 20, 21, 22]


Verwendung  und Darreichungsformen


Goji-Beeren werden in verschiedenen Darreichungsformen angeboten. Roh, als Wein, Tee oder  Getränk. Heutzutage kann man den Extrakt auch käuflich in Tablettenform oder als Pulver erwerben. [13] In seiner getrockneten Form lässt sich die Goji-Beere bequem in Quark, Skyr oder Müsli einmischen oder kann quasi als Snack verzehrt werden.


Resümee


Mit der Goji-Beere haben wir heute das Musterbeispiel eines Superfoods vorstellen dürfen. Die Nährstoffdichte ist immens, Studien sprechen von positiven Effekten und auch die Erfahrungsberichte machen Lust darauf, die Goji-Beere selbst regelmäßig in seinen Speiseplan aufzunehmen.